Seit den letzten Works ist wirklich viel passiert. Ich schaue auf 8 spannende Wochen zurück und gehe mal ehrlich in mich und schaue welche Veränderungen sich eingestellt haben.
Raus aus der Opferrolle, rein ins wahre Leben.
Ich habe erkannt, dass ich nicht die arme Dicke bin, die keine, passende Hosen findet, sondern dass ich überhaupt keine Lust habe, mich diesem Shopping-Stress auszusetzen. Und seit ich losgelaufen bin, um alle zu fragen, wie sie sich konkret einkleiden, bin ich total in der Realität angekommen. Meine Freundin z.B., der ich unterstellt habe, dass sie dank ihrer 45 kg mühelos auf dem Flohmarkt einkaufen kann, und sie von den passenden Kleidungsstücke quasi wie von Zauberhand angesprungen wird, informiet mich nun immer umfangreich. Vor 4 Wochen kam eine whatsapp mit Bild. „Darf ich vorstellen, meine neue Sommerhose. Endlich habe ich sie gefunden. Auf dem Flohmarkt. 3,- €. Sie passt wie angegossen. Und ja, Corinna, es war mühsam. Ich war 2,5 Stunden am Wühlen und habe mindestens 25 Hosen anprobiert bis ich diese gefunden habe“. Diese Challange ist so befreiend und wahnsinnig lustig.
Seit ich nicht mehr glaube, dass Dünne mühelos einkaufen gehen können, kehre ich immer mehr in die Realität zurück uns sehe, dass ich überhaupt nicht benachteiligt bin. Die Beweise für das äußerste Gegenteil drängen sich förmlich auf. So war ich bei unserem letzten Marktbesuch in Italien die absolute Shoppingqueen, die 12 Oberteile und 1 paar Traumboots zum Schnäppchenpreis gefunden hat. Die drei anderen Mädels, die nach Größe 38-40 Ausschau hielten, waren nicht annähernd so erfolgreich wie ich. Ich finde in Italien besser etwas Schönes zum Anziehen als meine Freundinnen. Das hätte ich niemals für möglich gehalten. Wahrscheinlich habe ich – frei von meinem eingeschränkten Denken – Lust und Muße zum Stöbern und Anprobieren gehabt. Nachdem ich erkannt habe, dass schöne Kleidung nun mal nicht von alleine vom Himmel fällt (wenn du nur schlank genug bist), habe ich all die Ratschläge aller Befragten beherzigt und mich tatsächlich auf die Suche nach etwas Passendem gemacht. Und das war nicht mal stressig. Und ich kann es nicht fassen. Ich habe sogar zwei neue Jeanshosen gefunden. So einfach ist das. Raus aus der Opferrolle, rein ins wahre Leben.
Adieu Diätplan
Ich habe meinen für mich so liebevoll gestalteten Diätplan über den Haufen geworfen. Wenn ich heute über meine erste Woche und die Vorbereitungen dafür nachdenke, muss ich fast lachen. Ich habe alles dafür getan, gut für mich zu sorgen und zu schauen, dass es mir ja an nichts fehlt. Ich habe das alles gar nicht gebraucht. Denn ich habe dank meiner esten Work gesehen, dass ich überhaupt nichts zusätzlich brauche. Irgendwie hat es das aufwendige Kochen für alle Sinne gar nicht mehr gebraucht. Ich ernähre mich immer noch gesund, aber ich brauche nichts Aufregendes, das mich bei jedem Bissen kulinarisch umhaut. Ich plane nicht mehr und überlege mir erst wenn der Hunger sich einstellt, worauf ich jetzt denn Lust hätte. Und da darf es auch gerne schnell gehen und unspektakulär sein. Sonst habe ich den Hunger immer einkalkuliert und oft morgens schon gekocht, um etwas Gesundes mit zum Arbeiten zu nehmen. Etwas worauf ich mich – ehrlich gesagt – schon den ganzen Morgen freuen konnte. Heute erwische mich immer öfters dabei, wie ich diese Phasen mit einer Banane überbrücke, oder das Vesper sogar zu Hause stehen lasse. Und ich bin noch nicht am Hungertod gestorben.
Das Essen verliert an Wichtigkeit
Da ich die Lust am Essen verliere und nicht mehr so aufwendig koche, esse ich auch weniger. Da ich sonst immer akribisch darauf geschaut habe, wie viele Karlorien ich zu mir nehme, habe ich automatisch schon den restlichen Tag und die Mahlzeiten im Kopf geplant. Hier passierte es, dass ich dachte „es gibt nach diesem feudalen Mittagessen heute Abend nur noch einen kleinen Karottensalat – wenn überhaupt. Schau also, dass du richtig satt bist, am besten bis morgen früh, dann kannst Du das Abendessen vielleicht sogar ausfallen lassen“. So ein Quatsch! Ich esse bis ich satt bin, körperlich und auch mental. Ohne Plan und ohne Kalorienzählen hält das Essen so lange es eben hält, und ich esse dann wieder, wenn ich etwas brauche. Gestern z.B. habe ich mittags so viel gegessen, dass ich satt war bis heute Morgen um 10 Uhr. Das war so nicht geplant. Weder dass ich so sehr über den Hunger esse, noch dass ich danach so lange ohne Essen auskommen MUSS. Es war einfach so. Ich habe mich selbst überrascht und war heute Morgen wirklich neugierig was die Waage dazu sagt. Stillstand. Sehr interessant.
Ich kaufe weniger ein und entdecke Lebensmittel für mich neu
Das Experiment, eine Weile nur von meinen Vorräten zu leben, hat nicht nur Spaß gemacht sondern auch Spuren hinterlassen. Mein Einkaufszettel wird immer kürzer, und der Kühlschrank ist so übersichtlich geworden, dass mich letzte Woche eine Kundin beim Blick hinein gefragt hat „o, der ist ja leer. Auf was (welcher Diät) bist du denn grad? Ich muss wirklich gerade herzhaft lachen, während ich das tippe. Nicht nur, dass sich der Inhalt verkleinert hat, er hat sich auch verändert. Spätestens seit meiner letzten Work, als ich mich meditativ gefragt habe, worauf ich nun wirklich Lust habe und die Antwort „Knäckebrot, Streichkäse und Paprika“ auftauchte, finden andere Lebensmittel den Weg in meinen Einkaufskorb. Ich plane nicht voraus sondern frage meinen Körper worauf er jetzt Lust hat – auch beim Einkaufen.
Das war sehr spannend. Vorgestern wollte ich morgens gar nichts zu Essen, allerdings hatte ich überraschender Weise totale Lust auf einen zweiten Kaffee. Heute Morgen war es ein Knäckebrot mit Käse und um 10 Uhr ein paar Mandeln und ein Stück Mango. Da ich momentan ausschließlich im Homeoffice arbeite, kann ich mich diesem Versuch auch nach Herzens Lust hingeben und auch mit den Essenszeiten experimentieren. Für heute hatte ich ein Linsengericht vorgesehen. Dies habe ich eingefroren und mir eine frische Gemüsesuppe mit Griesklöschen gekocht. Das war so lecker und ist mir total gut bekommen. Ich habe nicht drüber nachgedacht, ob das bis abends „anhält“ oder wie viel weniger Kalorien eine Kartoffeleinlage oder die Linsen gehabt hätten. Ich wollte diese Klöße und habe sie ratzeputz aufgegessen. Bisher habe ich noch keinen Hunger verspürt, und es ist schon 20.30 Uhr. Da ich auch Gedanken wie „abends keine Kohlenhydrate mehr und schon gar nicht nach 18 Uh“ glaube, warte ich einfach gespannt ab, wann mein Körper wieder auf sich aufmerksam macht und etwas zu Essen verlangt. Das ist nicht nur entspannt sondern auch spannend. Ich hatte total vergessen, wie lecker Frischkäse sein kann, und Grießklößchen gab es zuletzt bei Mama. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Neuentdeckungen.
Mein täglicher Gang auf die Waage wird weniger wichtig
Ehrlich gesagt, habe ich diese Woche schon zweimal vergessen, mich morgens zu wiegen. Gott sei Dank. Ich bin mit unserer Personenwaage aufgewachsen, sie ist quasi ein Familienmitglied.
Morgens heisst es aufstehen, alle Kleider von sich werfen und als erstes das Gewicht checken. Automatisch läuft dann – je nach Anzeige – ein Film im Kopf ab. Entweder du gehst den letzten Tag durch bis du den Grund für die Gewichtszunahme gefunden hast oder Du springst glücklich von ihr herunter und lobst Dich in den hellsten Tönen. Etwas dawischen gibt es eigentlich nicht. Es sei denn, Du hast über die Strenge geschlagen, und der Zeiger ist trotzallem konstant stehen geblieben. Dann erfüllt die Dankbarkeit dieses Wunders Deinen ganzen Tag mit Glück. Ich bin mir sicher, dass ich ganz viele Leidensgenossen/innen finden würde, die mich verstehen. Viele umgehen das Unglück, indem sie einfach nicht mehr drauf stehen, Das finde ich besonders lustig. „Ich stehe schon lange nicht mehr drauf, ich tu mir das gar nicht mehr an. Aber wehe der Arztbesuch beinhaltet einen Gang auf die Waage, dann ist Schnappatmung und Angstschweiß angesagt.“ Diese magische Zahl auf der digitalen Anzeige hat die Macht über so viele Menschen und Gemütszustände. Ich lege tatsächlich jeden wertvollen Morgen, bereits 5 Minuten nach dem Aufwachen, mein Glück wahrhaftig in die Hände eines Elektrogerätes.
Warum tu ich mir das eigentich an? Weil es mich nervös machen würde, wenn ich ohne dieses Ritual in den Tag starten müsste. Es fühlt sich an, als ob ich dann die Kontrolle über meinen Körper abgebe und die Angst, wieder dick zu werden sitzt mir im Nacken. Aber in den letzten zwei Wochen habe ich mindestens dreimal vergessen, draufzustehen. Und es ist mir nicht einmal aufgefallen. Das finde ich sehr erstaunlich. Für mich ist das ein Indiz dafür, dass ich die strengen Zügel langsam, ganz langsam wohl aus der Hand gebe. Wer weiß, vielleicht ist das die Auswirkung meiner Work, in der ich erkannt habe, dass ich die Abnahme nicht beeinflussen kann und mein Körper macht was er macht. Vielleicht ist es auch das Resultat der unzähligen medidativen, ehrlichen Augenblicke, in denen ich erkannt habe, wie hart ich mit meinem Körper umgehe, nur weil ich unbedingt schlanker sein möchte als er es für mich vorgesehen hat.
Eigentlich ist es egal welche Work was bewirkt hat. Ich muss und will es auch gar nicht nachvollziehen können. Wichtig ist nur wie ich mich fühle. Und ich lade dieses neue, freie Gefühl von Herzen ein. Erleichterung macht sich breit in mir. Eine tolle Grundlage und vielleicht ein wichtiger Schritt in ein „leichteres“ Leben.
Ich habe 4 kg abgenommen
Ich freue mich sehr, dass ich mich nicht nur erleichtert fühle, sondern auch einige meiner Kleidungsstücke wieder besser passen. Es scheint also doch zu funktionieren. Ich habe mich von meinem Kalorienzählen verabschiedet, weil ich dieses Mal komischerweise nicht abgenommen habe. Ich habe bewusst etwas mehr gegessen und dabei auf einmal angefangen, Gewicht zu verlieren. Allerdings habe ich gemerkt, dass ich – sobald ich die Zügel lockerer gelassen habe – vom richtigen Weg abgekommen bin und zu viel gegessen habe. Mein durch unzählige Diäten geschädigtes System arbeitet im Hintergrund wirklich auf Hochtouren. Das habe ich ohne mich zu kritisieren wahrgenommen und für mich genutzt. Ich kann also nur auf Kurs bleiben, wenn ich das Gefühl habe, auf Diät zu sein. Ich brauche nicht nur einen selbst gesteckten Rahmen, sondern auch Eckpunkte, die mich an diesen erinnern. Damit habe ich experimentiert. Lustig war, dass ich tatsächlich, sobald ich mir zu viel erlaubt habe, wieder angefangen habe, zu sündigen. Also, habe ich ausprobiert, wie ich es schaffe, meinem Körper klar zu machen, dass er auf Abnehmkurs ist UND essen darf worauf er Lust hat. Mir ist klar, dass ich mich, wenn ich dauerhaft etwas in mir verändern will, mich von allem verabschieden muss, was ich bisher probiert habe. Ich werde so lange rumprobieren bis die Abnahme von alleine funktioniert.
Letzte Woche habe ich durch die Suppe zu Mittag (die gibt es bei mir normalerweise nur während einer Fastenphase) oder einen leckeren Fruchshake zum Frühstück den Impuls geschickt „wir sind noch auf Kurs“. Das hat wirklich gut funktioniert. Ich habe jeden Tag motiviert begonnen, auch wenn ich am Vortag für meine Verhältnisse übe die Strenge geschlägen habe. Ich möchte davon wegkommen, morgens auf der Waage Notfallpläne zu schmieden und die nächsten Tage und das Essen zu planen. Ich möchte einen ganz normalen Bezug zum Essen bekommen und meinem Körper erlauben, auch einmal etwas mehr und ungesünder unterwegs sein zu dürfen.
Letzte Woche habe ich mir nach der tollen Work vorgenommen, auf meinen Körper zu hören und ihm das zu geben, was er haben möchte. Das funktioniert wirkich gut. Allerdings gab es auch Momente, in denen ich mir nicht sicher war, ob diese Lust auf z.B. einen Keks oder ein Brot nun aus meinem Kopf kommt oder das tatsächlich ein Signal meines Körpers war. Was ich auf jeden Fall genau beobachten konnte ist das Einsetzen der Gedankenglocke, die immer wieder bimmelt „noch einen Keks bitte und noch eine Scheibe Brot…..“. Und wenn ich dann nachgebe, bin ich definitiv nicht mehr mit meinen Körper verbunden sondern meinen Gedanken verfallen, die mir sagen:
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- iss ruhig die ganze Packung auf. Du kannst ja morgen einfach nichts essen und das kompensieren
- ist doch egal, wenn du zunimmst, dann fängst du eben morgen mit dem Abnehmen an. Auf einen Tag mehr oder weniger kommt es doch nicht an.
- nur noch ein Keks, dann ist genug. Okay, noch einer.
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Ich möchte Gelüste kontrollieren 
Ich habe noch keinen Weg gefunden, dieses Gedankenkarusell in dem Moment anzuhalten, um ganz bewusst und genüsslich zwei weitere Kekse zu schlemmen. Ich gebe nach und esse sie mit Gier oder schlechten Gewissen, während meine Aufmerksamkeit bei der Stimme in meinem Kopf ist. Das ist für mich defintitiv eine stressige Situation, für die ich gerne eine Lösung hätte. Ich möchte bewusst erkennen ob mein Körper diesen Keks jetzt essen will oder ob meine Gedanken mich dazu zwingen//bringen, diese zweite Scheibe Brot jetzt noch zu essen. Im besten Fall möchte ich mir ein Handwerkszeug erarbeiten, mit dem ich innehalten und gegensteuern kann. Und wenn ich einen Keks esse, möchte ich ihn genießen und mich darüber freuen.
Haben Sie Fragen oder möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie mit the Work in das schöne Leben eintauchen können? Hier geht es zu meinen nächsten Seminaren. https://corinnadebeyer.de/events/
Selbstverständlich begleite ich sie gerne auch persönlich, gerne auch per skye, zoom oder Telefon.
Ich würde mich freuen, Sie persönlich kennenzulernen.
Herzlichst Corinna