Seit 3 Wochen ernähre ich mich nun sehr bewusst und folge meinem Experiment „Stressfrei abnehmen mit the Work“. Dank der kalorienreduzierten Kost schaffte ich es bereits, 2,5 kg abzunehmen. Der Anfang ist geschafft, und bis hier her war die Umsetzung wirklich leicht. Ich freue mich riesig und träume schon von meinen toll sitzenden Hosen, die auf mich warten.
Ich finde es sehr spannend, mich in dieser Zeit so genau zu beobachten, dass ich meine Fortschritte und Veränderungen auf Papier bringen kann. Diese Reflektion macht das Abnehmen tatsächlich zu einem für mich spannenden Experiment. Tauchen Gedanken auf wie „ich sollte weniger essen, dann geht es schneller“, bemerke ich sie, schreibe sie auf und reduziere das Essen bewusst NICHT. Ich erinnere mich daran, dass ich mir vorgenommen habe, langsam und mit Genuss abzunehmen und registriere nehme den Widerstand einfach nur wahr, ohne ihn zu bewerten. Statt dem inneren Drängen nachzugeben, bleibe ich weiter auf dem neuen, liebevolleren Kurs und vertraue auf mein Konzept. Ich plane mir ganz bewussst die festen Zeiten ein, in denen ich mich in Ruhe hinsetze und meine Aufschriebe mit the Work anschaue. Es funktioniert wirklich und macht unglaublich viel Spaß.
Ich bin inspiriert
Nach meiner letzten Work (in Teil 2), in der ich gesehen habe, dass ich so viel Ernährungs-Knowhow mitbringe und zu Hause alles habe, was ich zum Abnehmen brauche, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Ich habe gesehen, welchen Aufwand ich mit dem Gedanken „es wird schwierig“ betreibe, während ich mich auf eine Diät einstelle.
Die Umsetzung meiner Idee – nun eine längere Zeit von meinen Vorräten zu leben/kochen und gänzlich auf das Einkaufen zu verzichten – bringt richtig frischen Wind in meinen Alltag. Ich habe wunderbare Schätze in der Kühltruhe gefunden und genieße es, dass sich der Inhalt so langsam auf ein Normalniveau reduziert. Für mein Müsli habe ich z.B. auf die gefrorenen Beeren zurückgegriffen und gemerkt, dass mir diese morgens sogar besser bekommen als das frische Obst. Da ich dazu neige, auch positive Erkenntnisse zu vergessen, notiere ich in meinem treuen Notizbuch „morgens besser Beeren“. Da ich in der Mittagspause nicht mehr einkaufen gehe, hatte ich heute morgen sogar Zeit, einen Teig für meine zuckerfreien Rosinenbrötchen anzusetzen. Diese nehme ich morgen früh mit zu einer Freundin. Gibt es etwas Leckeres als halb warme, selbst gebackene Dinkel-Rosinenbrötchen zum Frühstück?
Mein Essverhalten verändert sich
Außerdem habe ich diese Woche festgestellt, dass ich kleinere Mengen esse. Meine „es ist leicht“ … weil ich unter anderem ja weniger essen muss“ hat sich wirklich in meine Zellen eingebrannt. Das ist doch verrückt! Wie konnte ich nur jemals etwas anderes glauben als, während einer Diät weniger zu mir zu nehmen? Ich glaubte wahrscheinlich, all die Mengen kalorienhaltiger Lebensmittel durch leichte Kost ersetzen zu müssen, um weiterhin satt und glücklich sein zu können. Jetzt erlebe ich das Gegenteil und bin erleichtert, nicht mehr so viel einkaufen und kochen zu müssen. Ich beobachte mich dabei, wie ich automatisch weniger koche, und aufhöre zu essen, wenn ich satt bin. Diese Woche habe ich sogar vergessen, mein vorgekochtes Mittagessen mit zur Arbeit zu nehmen. Ich vergesse besonders morgens gerne alles: Schlüssel, die Katze wieder reinzulassen, die Fenster zu schließen, den dringenden Brief einzuwerfen, das Geld einzuzahlen…aber niemals mein Essen in die Tasche zu packen – dies mache ich ehrlich gesagt normalerweise schon vor dem Zähneputzen, lach. So ändert sich also auch ein hartnäckig festsitzender Tick durch die Work. Das ist wirklich erstaunlich. Das macht doch wirklich Lust, mir einen Satz aus meiner Liste vorzuknöpfen.
Das macht doch wirklich Lust, mir einen Satz aus meiner Liste vorzuknöpfen. Heute möchte ich folgenden Gedanken genauer unter die Lupe nehmen.
Ich nehme immer schlechter ab als andere
Ich überlege, wann dieser Gedanke schon einmal aufgetaucht ist. Ich erinnere mich, dass ich bei einer Heilpraktiterin war, um meinen Stoffwechsel auf Vordermann zu bringen. Nach dem Wiegen, auf dem Weg zur wöchtentlichen unterstützenden Spritze wunderte sie sich, dass ich so wenig abgenommen habe. „Sehr komisch. Das habe ich noch nie erlebt. Normalerweise müsstest Du schon viel mehr abgenommen haben“. Da tauchte der Gedanke mit all seiner Wucht auf. „Ich nehme immer schlechter ab als andere“.
Ist das wahr?
Ja, absolut!!
Kannst Du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
Ich merke, dass ich total verwirrt bin und keine Antwort finde. Also lasse ich die Frage nochmals auf mich wirken und warte ab, ob sich doch noch eine Antwort zeigt. In dieser entspannten Haltung finde ich dann doch ein deutliches „ja“. Ja, ich nehme immer schlechter ab als andere. Ich spüre diese Antwort mit einer unglaublichen Schwere im Bauch.
Wie reagierst Du, wenn Du den Gedanken glaubst?
Die Schwere vom Bauch arbeitet sich weiter nach oben und schnürt mir die Kehle zu. Ich fühle mich so ungerecht behandelt. Ich sacke in mir zusammen und lasse den Kopf resigniert hängen. Eine schwere Last drückt auf meine Schultern und zwingt mich in die Knie. Es fühlt sich an, als ob ich in mir zusammengesunken in die Ecke gestellt bin.
Ich sehe, dass ich mich selbst behandle wie ein Kind, das bestraft wird und nicht mehr mitspielen darf. Es ist wirklich beschämend, zu sehen, wir schlimm ich mit mir umgehe.
Die anderen, die schneller abnehmen als ich sehe ich – unfassbarer Weise – von oben herab an. Als ob ich sagen möchte „ihr habt doch überhaupt keine Ahnung wie das geht. Eure Abnahme beruht auf Anfängerglück. Ich bin der Profi, der alles über sich, seinen Körper und alle Lebensmittel weiß. Wartet nur ab. Ihr könnt das eh nicht halten und dann feststellen, dass ich recht hatte“. Das ist ja interessant und überrascht mich total. So arrogant kenne ich mich gar nicht und gefalle mir überhaupt nicht in dieser abfälligen Haltung. Nein, das fühlt sich überhaupt nicht gut an.
Mein ganzes Leben mit dem Gedanken war schwer. Diese Schwere zieht mich völlig in meine Kissen und lähmt meinen kompletten Oberkörper. Dann verändert sich die Schwere in ein Gribbeln, das mir den Hals zuschnürt und mich erst traurig und dann sowas von wütend werden lässt. Ich könnte mit den Beinen auf den Boden stampfen und es herausschreien „das ist SO UNGERECHT“! Nach dem Wutanfall folgt nur eine absolute Resignation, die als lähmende Welle von den Beinen bis zu den Zehen fließt.
Und ich erkenne, dass ich vorgebe nicht zu wissen wie hart und konsequent diese vermeintlich „anderen“ für ihre Abnahme kämpfen.
Ich öffne kurz die Augen, atme die ganze Schwere aus und freue mich darauf, die nächste Frage auf mich wirken zu lassen. Ich stelle mir vor, dass alles gleich bleibt. Ich bin wie ich bin, die anderen nehmen ab so wie so abnehmen und der Gedanke „ich nehme immer schlechter ab als andere“ könnte nicht auftauchen. Wie wäre das?
Wer wärst Du ohne den Gedanken?
Ich befinde ich mich immer noch in meiner Situation, in der Praxis der Heilpraktikerin. Sie sagt zu mir „komisch, eine so geringe Abnahme hatte ich erst bei 2 Personen. Die allerdings waren wahnsinnig mager“.
Ohne den Gedanken fühle ich mich auf einmal mit diesen zwei dünnen Frauen verbunden, zugehörig. Mit dem Gedanken, war ich nur sauer auf diese zwei dünnen Mädels, die mager sind und auch noch abnehmen wollen. Jetzt fühle ich mich mit ihnen verbunden. Es steigt das Gefühl in mir auf, individuell zu sein. Es fühlt sich sogar gut an, anders zu sein. Witziger Weise ist es jetzt so, dass ich mich okay finde und erkenne, dass mein Körper einfach nicht mehr hergeben kann.
Anscheinend ist er ist so richtig wie bei den beiden anderen Frauen. Ende der Abnahme, Ende der Diät, Ende der Reise zum Wunschgewicht. Endlich: ich bin am Ziel und brauche nichts weiter zu unternehmen. Mein Körper will genau so bleiben wie er ist, und ich kann das jetzt ohne den Gedanken wirklich wahrnehmen.
Noch weiter zu hungern wäre jetzt ein absoluter, ungesunder Übergriff. Ich ziehe mich in dieser Mediation zurück und achte ihn. Und dieser Rückzug ist so ganz anders als der, als ich mit dem Gedanken, als ich in mir zusammengesunken da saß und litt.
Jetzt entspanne ich mich, denn es gibt nichts mehr zu tun. Ich bin angekommen und kann mich ausruhen. Ich puste die Anspannung aus und atme Ruhe ein, fast wie im Urlaub auf dem Liegestuhl. Ja, dieses Bild nehme ich mit. Ich nehme mir Urlaub (vom Hungern).
Die Umkehrungen
Ich nehme immer schlechter ab als andere
Ich nehme nicht immer schlechter ab als andere.
Wie könnte das denn in dieser Praxis auch wahr sein? Achso, ja…
- Zwei weitere Frauen haben auch nicht mehr abgenommen als ich.
- Ich sehe mich vor einer Abnehmgruppe wie ich als „Durchhalte-Beispiel“ nach einem 6-wöchigen Stillstand gelobt wurde. Da ich nicht schlechter abnehme als andere, bin ich drangeblieben. Erwähnt wurde ich wohl, weil ich es in dem Fall BESSER machte als andere (die vielleicht aufgegeben hätten). Das zu sehen ist eine Wohltat. Das läuft mir runter wie Öl. Ich habe unglaublichen Biss und eine anscheinend vorzeigbare Disziplin. Wenn ich das auf mich wirken lasse, fühle ich mich sehr wohl und bin stolz und geerdet.
Jetzt muss ich aber wirklich laut lachen. Mir zeigt sich gerade absolute Dankbarkeit, weil ich an den richtigen Stellen abnehme. Mein Gesicht wird schmäler, und der Bauch wird flach. Das ist sowas von wichtig, richtig und gut. Ich höre nur von anderen, dass sie an vermeintlich „schlechten Stellen abnehmen“. Und jetzt muss ich mich aber wirklich schütteln vor Lachen. Es gibt bei mir gar keine schlechten Stellen, an denen ich nicht abnehmen möchte. Mir ist wirklich absolut jede Stelle recht. Denn ich habe ja genug. „Ich nehme immer zuerst am Hintern ab“ hat vor kurzem eine Kundin zu mir gesagt. Das wäre bei mir ja optimal. Oder „bei mir sieht man halt jedes Gramm immer erst im Gesicht“. Ja super, das nehme ich auch gerne. Ich könnte weitermachen mit allem, was ich je gehört habe…. Das versetzt mich ja regelrecht in einen Wunschkonzert-Rausch. Das ist wirklich sehr lustig. Ich habe den Satz gerade nochmal laut gelesen, um die nächste Umkehrung zu finden „ich nehme nicht immer schlechter ab als andere“ und muss mich gerade so kringeln, dass ich eine kurze Pause einlegen muss.
So, nachdem ich mir jetzt die Seele aus dem Leib gelacht habe, bin ich wieder zurück und lese nur den ersten Satz (sonst geht es gleich wieder los). Ich kann noch eine Umkehrung finden und zwar.
Ich nehme schwerer zu als andere
Aha, das ist also mal wieder so eine Umkehrung, bei der alles in mir schreit „nein, da finde ich niiiiiemals etwas“. Also, lehne ich mich mal ganz gespannt zurück und schaue mal, ob sich hierfür tatsächlich ein Beispiel zeigt.
- Das Beispiel, das sich mir zeigt, begrüße ich mit einem „o nein, bitte nicht“. Aber es ist da, und ich lass es mal auf mich wirken. Ich nehme immer schlechter zu, weil ich innerhalb kürzester Zeit so „schlecht“ viel zunehmen kann. Wenn meine Freizeitkleidung täglich enger sitzt und ich deshalb genervt bin, nehme ich nicht für mich für sondern auch für die armen Mitreisenden schlecht zu. Denn ich in lasse sie an meiner Zunahme jammernd teilhaben Ja, das ist zwar eine blöde Wahrheit, aber sie fühlt sich wirklich richtig an. Und komischer Weise komme ich durch diese auch wieder in meine Kraft. Ich weiß wie mein Körper tickt und wie er zu- und abnimmt. Deshalb sehe ich auch, dass ich es selbst in der Hand habe.
- Mir drängt sich eine Situation aus der Vergangenheit auf, als ich miterlebt habe wie eine Bekannte wegen eines kompletten Schilddrüsen-Ausfalls innerhalb von 4 Wochen 20 kg zunahm. Wenn ich hingegen zunehme, dann weil ich zu viel gegessen habe. Und das kann ich steuern. Das ist definitiv ein Beispiel, das mich mit Dankbarkeit und Demut erfüllt.
- Nach langem Sitzen und Warten hat mich ein weiteres Bespiel mit all seiner Wahrheit erreicht. Es beschämt mich fast, aber es ist definitiv so, dass ich so viel schlechter zunehme als andere. Wer mich kennt, weiß darum, was eine Zunahme mit mir manchmal machen bzw. in mir auslösen kann. Ich bin in der Tat eine sehr schlechte „ZUNEHMERIN“. Gerade letzte Woche ist meine Waage kaputt gegangen. Als sie plus 6 kg anzeigte (gleich darauf waren es 13 kg weniger) hatte ich Schnappatmung! Und als ich dann eine Woche später die neue Personenwaage eingeweiht habe, bin ich fast vom Glauben abgefallen. Meine bereits abgenommenen 2,5 kg haben sich in Luft aufgelöst. Ein wunderbarer Gedanke hat mich dann wieder aus meiner Schockstarre gerissen, „die Bundesregierung sollte ein Gesetz erlassen, das befiehlt, dass alle Waagen exakt das gleiche anzeigen müssen.“ Ein gutes Beispiel auch dafür, sich einfach nicht zu wiegen! Ich habe wirklich mal wieder sehr über mich selbst gelacht und eine wunderbare Beispiels-Situation für „ich nehme immer schlechter zu als andere“ kreiert.
Man kann ja nie wissen, was sich während der Work alles zeigen wird. Und wie man sieht, kann es auch etwas total Lustiges sein. Lt. Katie ist herzhaftes Lachen unter anderem ein Indiz dafür, dass sich ein Glaubenssatz auflöst. Um das zu kontrollieren, schaue ich mir nochmals den ursprünglichen Satz an und schau, ob er mich noch stresst. Nein, sofort lache ich wieder los, weil ich mich vor meinem inneren Auge sehe nachdem ich „ganz schlecht“ abgenommen habe“. Ich sehe so schrecklich unproportional und komisch aus. Nein, ich empfinde keinen Stress mehr bei dem Gedanken. Im Gegenteil, es ist so lustig.
So ist die Work, sie überrascht mich immer und immer wieder.

Fortsetzung folgt im vierten Teil…..
Vielleicht löst dieser Glaubenssatz auch Stress in Dir aus. Dann worke doch mit und finde Deine Beispiele. Ich bin gespannt auf Deine Rückmeldung.